Seit Ende der 50er-Jahre wird in der Schweiz die Strahlenexposition der Bevölkerung durch die Röntgendiagnostik regelmässig untersucht. Die letzte landesweite Erhebung bezog sich auf die Daten von 1998. Sie wurde unter der Federführung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), des Universitätsinstitut für angewandte Strahlenphysik (IRA), dem Universitätsinstitut für Sozial- und Präventivmedizin (IUMSP) und der Universitätsabteilung für Medizin und Öffentliche Gesundheit(DUMSC) der Universitätsklinik des Kantons Waadt gemeinsam durchgeführt. Diese Erhebung lieferte eine erhebliche Menge von Informationen zur Häufigkeit der in der Schweiz durchgeführten Untersuchungen und zu den damit verbundenen Dosen. Fünf Jahre danach wurde eine Aktualisierungserhebung anhand einer kleinen geschichteten Stichprobe durchgeführt. Damit konnte zum Beispiel festgestellt werden, dass der Einsatz der Computertomographie (CT) zwischen 1998 und 2003 stark zugenommen hat.
Aufgrund der raschen technologischen Entwicklung im Bereich der medizinischen Radiologie und der Weiterentwicklung der Praxis legen die internationalen Empfehlungen alle zehn Jahre eine Neubeurteilung der Situation nahe. Im Fall der Schweiz sollte somit die nationale Erhebung 2009-2010 anhand der Daten von 2008 erneut durchgeführt werden.
Bei den bisherigen Erhebungen wurden hauptsächlich Papierformulare verwendet, die an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versandt wurden. Für die Befragten war dies mit einem hohen Aufwand verbunden, der sich nur schwerlich wiederholen lässt. Daher wird bei dieser Erhebung die Möglichkeiten für eine Automatisierung der Datensammlung geprüft und genutzt. Vor allem sollen die Tarmed-Tarifcodes herangezogen werden.
Die europäische Arbeitsgruppe „Dose Datamed“ hat Empfehlungen für die Durchführung der nationalen Erhebungen zur Strahlenexposition der Bevölkerung erarbeitet. Diese Leitlinien, die von der Europäischen Kommission genehmigt wurden, werden bei dieser schweizerischen Erhebung berücksichtigt.
Mit der Erhebung wird die Entwicklung der Häufigkeit der Untersuchungen und der Dosen evaluiert. Für die Häufigkeiten werden alle Strukturen befragt, die medizinische Leistungen erbringen (Spitäler, Arztpraxen, Institute usw.). Einbezogen sind auch die Organisationen, die über die für die Studie relevanten Datenbanken verfügen (Santésuisse, kantonale Ärztegesellschaften usw.). Für die Erhebung der Dosen werden die Daten der zahlreichen Studien, die in den letzten drei Jahren durchgeführt wurden, beigezogen. Bei Bedarf werden diese Daten durch gezielte Untersuchungen ergänzt. Bei dieser Gelegenheit kann die « Nationale Dosis Datenbank » aufgebaut werden, das in der Revisionsvorlage der Strahlenschutzverordnung vorgesehen ist.
Die Erhebung wird von einer Steuergruppe geleitet, in der das BAG, das IRA und das IUMSP vertreten sind, und von einer Begleitgruppe unterstützt, der Vertreterinnen und Vertreter aller betroffenen Fachgesellschaften und Berufsorganisationen angehören.